Wettbewerb 2015-2016 | Kategorie: Projektwochen/AG´s/Seminare & Co

Achimer Flüchtlingspatenschaft

Wir wollen die Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft fördern. Viele Achimer wollen den Flüchtlingen in Achim helfen, wissen aber nicht wie. Deswegen haben wir uns überlegt, dass wir die "Achimer Flüchtlingspatenschaft" gründen und Achimer und Flüchtlinge "vermitteln". Die Patenschaft kann individuell gestaltet werden (gemeinsam kochen, essen, Spiele spielen, reden, spazieren gehen,...).
Wir wollen den Achimern also helfen zu helfen und gleichzeitig wird somit auch den Flüchtlingen geholfen.

Projektziele

1. Wir wollen die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft fördern (in Achim)
2. Wir wollen den Achimern helfen, zu helfen. Wir sind ein Ansprechpartner für diejenigen, die Hilfe brauchen (Flüchtlinge) und die interessierten Helfer.
3. Unser Ziel ist die "Vermittlung", wobei es nicht auf die Quantität ankommt. Jede einzelne vermittelte Patenschaft sehen wir als Erfolg.

Aufgabe der Jugendlichen

Wir sind 5 Schülerinnen, die den Kurs Seminarfach gemeinsam haben und das Projekt "Achimer Flüchtlingspatenschaft" gegründet haben und es aufbauen. Das Projekt realisieren wir eigenständig, unsere Lehrerin ist nur unser Ansprechpartner bei eventuellen Fragen.
Wir vermitteln Achimer Bürger und Flüchtlinge, so dass eine Patenschaft entstehen soll. Achimer und Flüchtlinge füllen einen Profilzettel aus und anhand ähnlicher Interessen, würden wir dann vermitteln. Das erste Treffen, bei dem wir dabei sein werden, organisieren auch wir.

Projektverlauf

Unsere Lehrerin im Kurs Seminarfach gab uns das Motto "Stop talking - start acting". Wir wussten sofort, dass wir uns für Flüchtlinge in Achim engagieren wollen. Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Achim, welche unserer Meinung nach unbedingt integriert werden müssen.

Unser Projekt könnte theoretisch auf alle Städte / Dörfer übertragen werden, wo eine solche "Vermittlung" gebraucht wird, also wo diese Patenschaften nicht ohne fremde Hilfe entstehen.
Aus unserem Projekt kann man lernen, dass nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Achimer profitieren werden (kultureller Austausch, Freundschaften). Man kann lernen, dass es wichtig ist, jemanden zu haben, der Helfende und Hilfe brauchende koordiniert.

Profilzettel und Flyer:
Am 29.09. haben wir Profilzettel erstellt, welche auf Achimer und Flüchtlinge zugeschnitten sind. Deswegen haben wir diese in Deutsch und Englisch verfasst. Bis jetzt liegen wir bei 250 Exemplaren. Zum gleichen Termin haben wir Aussehen und Inhalt der Flyer besprochen, die unser Projekt bekannter machen sollen. Wir ließen 1000 Exemplare drucken und „Fach Werk“ hat als Sponsor einen Teil des Flyers finanziert. Der andere Teil wird durch Fördergelder der Jugendjury finanziert.

Fördergelder:
Mitte Oktober haben wir Anträge für Fördergelder an die Jugendjury Achim, an die Bürgerstiftung Achim und an Generation hoch drei geschickt. Die Anträge an die Jugendjury sowie die Bürgerstiftung reichen zwei von uns persönlich im Rathaus ein. Am 05.11.15 hatten wir einen Termin mit der Jugendjury Achim, in dessen Rahmen uns 200€ Fördergelder zugesagt wurden. Eine Erhöhung bis auf 500€ ist bei Bedarf möglich.

Achimer Wochenmarkt:
Am 31.10.15 haben wir auf dem Achimer Wochenmarkt wir einen Stand gehabt, an dem wir potentielle Paten gesucht haben. Wir haben allen Interessierten von unserer Projektidee erzählt und die Flyer mit den Profilen ausgeteilt. Anfangs (gegen 9:00 Uhr), auf dem Markt hat uns eine 90-jährige Dame darauf hingewiesen, dass wir doch eine Spendendose auf unseren Tisch stellen sollten. Sie könne aufgrund ihres Alters keine Patenschaft mehr übernehmen, aber spenden wolle sie. Wir fanden die Idee gut und haben kurzerhand ein Sparschwein in der Fußgängerzone gekauft, welches sich letztendlich auch bewährt hat.
Erstaunlicherweise kamen viele Interessierte und manche füllten direkt bei uns den Profilzettel aus. Diejenigen, die kein Interesse hatten, gingen einfach weiter und teilten uns ihre Meinung glücklicherweise nicht mit. Zuvor hatte uns der Marktmeister darauf hingewiesen, dass durchaus mit kritischen Reaktionen zu rechnen sein könnte, was jedoch nicht bestätigt werde konnte.
Das Ergebnis des Tages sah so aus, dass drei Profile direkt bei uns ausgefüllt und uns weitere per Mail zugesendet wurden. Aber auch Freunde und Bekannte von uns haben bereits Interesse gezeigt, einen Profilbogen auszufüllen.

Öffentlichkeitsarbeit:
Am Tag bevor wir auf dem Wochenmarkt waren, haben wir uns an die Facebookseite Achimer.net gewendet, welche für uns einen Aufruf für unser Projekt gestartet hatte. Viele positive Kommentare wie „Das find ich toll“, „Super Idee“ und „Tolle Aktion!“ ließen uns mit der Unterstützung aus dem Internet hoffnungsvoll auf den Markt gehen. Außerdem haben wir den Zeitungen Achimer Kreisblatt und Weser Kurier von unserem Vorhaben berichtet und es erschienen zwei Zeitungsartikel, woraufhin noch weitere Personen auf unser Projekt aufmerksam wurden.

Weiterer Verlauf:
Wir drucken die Profile immer aus und sammeln sie in unterschiedlichen Mappen, eine für Flüchtlinge und eine für Achimer Bürger, die helfen wollen. Eine weitere haben wir für vermittelte Patenschaften angelegt. Außerdem haben wir mittlerweile die offizielle Unterstützung der Schulleitung erhalten.

Willkommenscafe
Am 04.11.15 waren wir im Willkommenscafe für Flüchtlinge. Dort haben wir auf Englisch und Deutsch unser Projekt vorgestellt. Viele waren begeistert von der Idee und füllten freudig die Profilzettel aus. Ursprünglich war es geplant, dass wir für eine Stunde dort bleiben, jedoch kamen immer mehr Flüchtlinge auf uns zu, welche großes Interesse zeigten, ein Profil auszufüllen. Uns hat sogar noch ein Achimer Rentner angesprochen, ob er Pate werden könnte. Dem haben wir natürlich mit Freude sofort zugestimmt. Die Bilanz sieht mittlerweile so aus dass wir etwa doppelt so viele Flüchtlingsprofile wie Profile von Achimern haben. Jedoch erhoffen wir uns, dass nachdem der Artikel auch im Weser Kurier war, wir noch mehr Mails von Interessierten bekommen.
Am Freitag, den 06.11.15 haben wir an alle Achimer eine Bestätigungsmail verschickt. Seit Dienstag, den 10.11.15, koordinieren wir die Profile und ordnen die ersten Paten zu.

Kommentar:
Wir alle engagieren uns für unser Projekt und die Zeit die wir investieren ist deutlich höher als die zwei Wochenstunden. Neben den Unterrichtsstunden treffen wir uns privat und sind in ständigem Kontakt in einer whatsapp-Gruppe. Dies würden wir nicht machen, wenn unser Projekt uns nicht wichtig wäre. Für uns ist es weitaus mehr als ein Schulprojekt geworden, wobei der Ursprung im Seminarfach liegt. Wir investieren unsere Freizeit, weil es uns ein Anliegen geworden ist zu helfen. Ständig wird über das Thema Flüchtlinge gesprochen und wir wollen wirklich helfen. Unsere Durchführung hat sich noch ein wenig verändert, aber unsere Zielsetzung ist gleich geblieben. Es kommt uns noch immer nicht auf die Menge der vermittelten Patenschaften an. Die Tatsache, dass wir überhaupt welche vermitteln, auch wenn es nur wenige sind, steht für uns im Vordergrund. Es ist auch eine interessante Erfahrung, weil wir durch dieses Projekt mit vielen neuen Menschen in den Kontakt gekommen sind. Die Schulleitung und diverse Mitarbeiter des Rathauses lobten unser Engagement.

Zukunft des Projektes:
Wir alle haben wenig Freizeit und wir alle machen dieses Schuljahr Abitur. Das bedeutet für uns, dass wir Nachfolger brauchen, wenn unser Projekt einen größeren Rahmen annehmen sollte. Wir haben dabei an Elftklässler gedacht, welche wir einarbeiten werden, sodass wir uns irgendwann nach und nach zurückziehen können. Jedoch muss dieser Punkt noch genauer geklärt werden. Vorerst müssen wir abwarten, wie sich unser Projekt entwickelt und welchen Umfang es annehmen wird.

Fazit:
Momentan befinden wir uns noch mitten in dem Projekt, aber wir können schon jetzt sagen, dass das Engagement Spaß macht und sehr positiv angenommen wird. Es ist beeindruckend, wie wir unsere theoretische Planung in die Realität umsetzten konnten. Wir selbst sind überwältigt, was wir bis jetzt erreicht haben.

(Foto: Björn Hake)

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Wir bearbeiten das Thema Vielfalt insofern, dass jeder an unserem Projekt teilnehmen kann. Flüchtlinge beispielsweise aus Syrien, Eritrea und vielen anderen Herkunftsländern befinden sich in Achim. Wir wollen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen (Deutschland - Herkunftsland der Flüchtlinge). Die vielfältigen Kulturen sind eine Bereicherung für die Achimer Gesellschaft und wir wollen eine "Durchmischung" der Menschen erreichen, sodass nicht, wie es momentan der Fall ist, weitestgehend Flüchtlinge unter sich sind. Die Vielfältigkeit liegt in der individuellen Hilfe (der Paten).

Infos

Name der Einrichtung

Achimer Flüchtlingspatenschaft

Website »

Ort

Achim

Bundesland

Niedersachsen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

18