Wettbewerb 2013-2014 | Kategorie: Deutsch

Interkulturelle Begegnungen: Das Fremde & ich

Wir übernehmen Patenschaften für Flüchtlingskinder in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber Würzburg und machen unsere Patenkinder mit dem kulturellen-gesellschaftlichen Leben in der Kommune und in Deutschland vertraut, indem wir sie in unser Leben mit einbinden. Über unser Beziehung zu unserem Patenkind, deren Verlauf und die Erfahrungen erstellen wir eine Dokumentation in Wort und Bild.

Projektziele

Ziel des Projekts ist es, enge Beziehungen zu den Flüchtlingsfamilien in der Gemeinschaftunterkunft aufzubauen, eine Willkommenskultur zu schaffen. Wir unterstützen Flüchtlingskinder dabei, sich Deutsch anzueignen, Anforderungen im Gastland zu meistern und sich bei uns zu Hause zu fühlen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für ihre Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben in Deutschland.

Aufgabe der Jugendlichen

Projektseminar "Interkulturelle Begegnungen: Das Fremde & ich":
1. Aufbau und Pflege einer individuellen Patenschaft zu einem Flüchtlingskind in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, Veitshöchheimer Str. 100 in Würzburg
2. Integration des jeweiligen Flüchtlingskindes in das eigene soziale und kulturelle Leben durch:
2.1 Aufnahme in das eigene Familienleben, Teilnahme an Familienfeiern, Mitnahme in den Sportverein, die Jugendgruppe etc.
2.2 Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache als Schlüssel zur fremden Welt, Schreib- und Leseerziehung
2.3 Individuelle Betreuung bei den Hausaufgaben
3. Gemeinsame Aktionen aller Paten (= Oberstufenschüler unseres Gymnasiums) mit ihren Patenkindern, z. B. Theater-, Kinobesuche, Besuch von Museen, Kunstworkshops, Tierparks, öffentliche Bücherei, Schulfeste
4. Öffentlichkeitsarbeit (Kontakte zu Presse, Rundfunk), um möglichst viele Nachahmer für das Projekt zu gewinnen
5. Sponsorensuche, um den Besuch von kulturellen, sportlichen Einrichtungen etc. zu
finanzieren
6. Aufbau und Pflege der Beziehung zu den Eltern des jeweiligen Flüchtlingskindes, um Barrieren abzubauen und eine Willkommenskultur zu verwirklichen
7. Einbinden der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in die Gemeinschaft der eigenen Schule durch Einladungen zu den verschiedensten Veranstaltungen an unserem Gymnasium
8. Organisation und Durchführung von Aktionen wie Spendenlauf oder Weihnachts-Sammelaktion, um die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft zu unterstützen
9. Organisation und Durchführung einer interkulturellen Weihnachtsfeier mit allen Flüchtlingskindern und Kindern des Gymnasiums 10. Vorstellen unseres Projekts "Interkulturelle Begegnungen: Das Fremde & ich" in vielen Klassen der Schule, um über das Schicksal der Flüchtlinge aufzuklären und weitere Leute zu gewinnen, die sich in das Projekt einbringen möchten
11. Kontaktaufnahme mit dem Integrationsbeauftragten der Mönchbergschule, die die Flüchtlingskinder besuchen
12. Dokumentation der Patenschaft in Wort und Bild durch jeden Projektteilnehmer, die Folgendes beinhaltet:
12.1 Sammlung sämtlicher Bild- und Print-Dokumente zum Projekt
12.2 Patenkind:
- Herkunft, Herkunftsland, kultureller Hintergrund
- familiäre Verhältnisse
- Interessen - Vorlieben/Abneigungen; -Derzeitige Lebenssituation (Schule, Eltern, Wohnverhältnisse, Bleiberecht etc.)
- Perspektiven
12.3 Das Fremde & ich (= Selbstbeobachtungsprozess):
- Meine erste Begegnung mit meinem Patenkind
Problematik beim Aufbau der Beziehung
- Verlauf der Beziehung
- Aktionen mit dem Patenkind: Verlauf und Ergebnis
- Lernstand des Kindes
- Beziehung des Kindes zum Kindergarten, zur Schule
- Beziehung der Eltern zum Kind, zum Paten
- Hoffnungen und Wünsche
- Erwartungen etc.

Projektverlauf

Daria, Zahra, Rashid, Javad, Hiwot, Emirhan, Amita, Narmin, Fatima – so heißen die Kinder, für die wir seit September 2012 Patenschaften übernommen haben. Wir wollen ihnen helfen, bei uns in Deutschland Fuß zu fassen. Dass wir Patenschaften übernommen haben, kam nicht von ungefähr. Schon bevor wir den Titel „Schule ohne Rassismus–Schule mit Courage“ verliehen bekamen, hatten wir Kontakte zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber geknüpft. Ehrenamtliche Kräfte, die seit Jahren die Not der Menschen in der GU zu mildern suchen, unterstützten uns am Aktionstag "SoR – SmC" aktiv und gaben uns Einblick in deren Lebenssituation. Mit dabei waren die Betroffenen selbst, Menschen aus allen Teilen unseres Kontinents, die uns vermittelten, wie es um sie bestellt ist: Wie glücklich sie einerseits sind, bei uns in Sicherheit zu sein, wie sehr andererseits die Situation des Wartens auf Anerkennung ihres Asylstatus ihre Nerven einer wahren Zerreißprobe aussetzt. Im Rückblick war dies sicher die Initialzündung für unser Projekt-Seminar, das dem Einzelnen sehr viel abverlangt: Kommunikationsfähigkeit und Offenheit, interkulturelle Kompetenz in der Auseinandersetzung mit dem Fremden, ein Höchstmaß an Empathie, Verantwortungsbereitschaft, Eigeninitiative, Selbstreflexion sowie Einsatzfreude. Unser Engagement wurde von der "Aktion zusammen wachsen" des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gewürdigt: Wir wurden zum "Projekt des Monats März 2012" gekürt. Für uns steht fest: Wir wollen Zivilcourage zeigen, hinschauen, wo andere wegschauen und hoffen auf viele Nachahmer!

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Vielfalt ist in unserem Projekt allein dadurch gegeben, dass unsere Patenkinder aus ganz verschiedenen Ländern kommen: Ukraine, Afghanistan, Türkei, Iran und Äthiopien.
Wir setzen uns mit den Lebensbedingungen in ihren jeweiligen Heimatländern und mit den Gründen für ihre Flucht nach Deutschland auseinander.
Wir bemühen uns immer um größtmögliche Offenheit gegenüber der jeweiligen Kultur.

Infos

Name der Einrichtung

Gymnasium Veitshöchheim

Website »

Ort

Veitshöchheim

Bundesland

Bayern

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

17

Daniel Aminati besucht das Gymnasium Veitshöchheim