Wettbewerb 2011-2013 | Kategorie: Projektwochen/AG´s/Seminare & Co

Wir integrieren durchs Addieren.

Wir laden in den Mathematikunterricht unserer Klasse Gäste ein, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind. Sie zeigen uns, wie sie das schriftliche Rechnen in ihrer Schulzeit gelernt haben. Wir erfahren viel von ihnen persönlich, von ihrer Sprache, von ihrer Kultur und ihrem Leben in Deutschland.

Projektverlauf

Wir sind die Klasse 5d und sind somit die Kleinen an unserem Gymnasium.
Im Mathematikunterricht interviewen wir einfach Eltern sowie deren Bekannte oder Arbeitskollegen. Sie alle zeigen uns anhand von vier Aufgaben, wie sie die jeweiligen schriftlichen Verfahren in ihrer Schulzeit kennen gelernt haben. Dabei geht es um 80945+9236, 70837-23918, 483•26 und 356022:57.
Bisher hatten wir bereits neun Gäste. Sie alle leben und arbeiten in Deutschland und stammen aus fremden Ländern und Kulturen: Afghanistan, Russland, Südafrika, China, Kasachstan, Kamerun, Litauen, Frankreich und Türkei.
Noch viel interessanter als die Rechenaufgaben ist das, was unsere Gäste sonst noch so erzählen. Wir erfahren so einiges über die jeweiligen Geburtsländer, die Sprache, die Schrift, die Lebensgeschichten der Gäste und über ihr Leben und Arbeiten hier in Deutschland.
Die Durchführung des Projektes ist echt nicht schwierig, denn die Gäste kommen schließlich ganz einfach zu uns in den regulären Unterricht. Unsere wichtigen gegenseitigen Absprachen und Terminangelegenheiten laufen über ein online-Klassenzimmer bei „moodle“.
Ein (nicht mathematisches) Ergebnis steht bereits fest: Unser Respekt gegenüber all denen, die bei uns waren, gegenüber deren Kultur und deren Sprache, aber auch der Respekt gegenüber den einzelnen Schülerinnen und Schülern aus unserer eigenen Klasse ist deutlich gestiegen. Und das war gar nicht schwer, wir sind uns einfach nur begegnet und miteinander ins Gespräch gekommen.

Wie hilft das Projekt, dass alle die gleichen Chancen an der Schule haben?

Der gegenseitige Respekt, die gegenseitige Toleranz und der soziale Zusammenhalt hat sich innerhalb unserer Klasse noch weiter verstärkt. Unsere unterschiedlichen Wurzeln bzw. die Herkunftsländer unserer Eltern und Großeltern belasten unsere Klassengemeinschaft nicht, sondern bereichern sie spürbar.

Was kann man von dem Projekt lernen?

Es gibt für jedes Schüleralter und in jedem Schulfach (auch Mathenmatik) einen geeigneten Zugang, stereotypen Vorurteilen und sozialer Diskriminierung vorzubeugen. Das Erfolgsrezept, Respekt und Toleranz zu erhöhen sowie kulturelle Kompetenz zu fördern, liegt in der Begegnung und im Gespräch.

Infos

Name der Einrichtung

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Website »

Ort

Schweinfurt

Bundesland

Bayern

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

10

Videos zum Projekt