Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Verein/Verband

"...diese unendliche Geschichte" - ein Theaterprojekt

Das Theaterstück "...diese unendliche Geschichte" erzählt von 17 Jugendlichen. Von 17 Jugendlichen und ihrem Alltag, ihrem Alltag in der Schule, mit dem sie uns konfrontieren. Sie erzählen von Mobbing und Einsamkeit. Wir sehen ihnen zu, wie sie hin- und hergerissen sind zwischen der Sehnsucht danach, wieder Kind unter Kindern zu sein, oder stark und "erwachsen", wie sie auf der richtigen Seite stehen wollen und dennoch immer dazugehören.
Dabei haben die Schauspieler und Schauspielerinnen auch biografisch gearbeitet, erzählen Geschichten, die sie selbst erlebt haben und die bewegen.

Projektziele

„Wir wollten alle Seiten beleuchten, auch die Geschichte der Mobber“, sagt Lea Bödecker im Projekt. So sehen wir die herrische und scheinbar starke Sonja zu Hause, wo sie als eine von vielen Geschwistern kaum Beachtung findet, gefangen in ihrer Einsamkeit. Aber wir sehen auch Tom, der nicht versteht, warum er so ausgegrenzt wird, der nicht versteht, was anders ist an ihm und um Antworten ringt.
Dabei will das Stück eben keine einfachen Antworten geben, sondern die Zuschauer*innen wachrütteln, und zeigen, was Mobbing anrichtet. Und dass wir alle gefordert sind, etwas dagegen zu tun!

Aufgabe der Jugendlichen

Wir Jugendlichen brachten unsere eigenen Schulerfahrungen mit, schrieben biografische und erfundene Texte, die sich mit dem Thema Mobbing beschäftigten, wir improvisierten und übten, übten, übten.

Am Ende sollte ein Theaterstück auf der Bühne zu sehen sein, bei dem wir mitbestimmt hatten und mit dem wir uns identifizieren konnten: Bei der Darstellung von Mobbing und beim Ende, das anders sein sollte, als wir es von Büchern oder Stücken zum Thema kannten.

Projektverlauf

Bei den vielen Gesprächen miteinander wurde uns klar, wie wichtig Theater für uns ist und wie stark es uns macht. Aber wir konnten auch sehen, dass einige von uns schwierige Erfahrungen gemacht hatten an ihren Schulen. Dass sie viel einstecken mussten. Dass Schule, die wir alle täglich besuchen, für manche von uns kein schöner Ort ist - oder war. Davon wollten wir erzählen, auf poetische und starke Weise, im Theater, auch wenn das viel Mut erfordert hat. Wir wollten berühren, aber natürlich hat das Thema auch uns berührt, uns umgetrieben. Dabei wollten wir nicht diese typische Geschichte erzählen, davon, dass jemand immer stärker wird und sich dann wehrt. Oder Freunde gewinnt, die ihm helfen und am Ende ist alles gut. "...diese unendliche Geschichte" sollte von dem erzählen, was in tausenden Klassenzimmern passiert, immer wieder, vielleicht, seit es Klassenzimmer gibt, und vielleicht immer wieder geben wird. Von einer Geschichte, die du vielleicht auch erleben musstest. Leider. Das Stück sollte uns allen eine Stimme geben, versuchen zu ergründen, warum das passiert. Wir wollten keine einfachen Antworten. Wir wollten dem Publikum zeigen, wie es ist, wie es sich anfühlt. Wir wollten den Mut haben, das auszusprechen. Zeigen, dass Mobbing uns alle angeht. Und genau das ist uns gelungen. Nach zwei Vorführungen vor hunderten Zuschauer*innen wurden wir von Schulen eingeladen, unser Stück wieder zu zeigen. Denn das Schweigen zu brechen darüber, was da passiert, das ist ein Anfang, ein kleiner Schritt raus. Wenn wir einander verstehen und beginnen, uns umeinander zu kümmern.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Wir sind alle verschieden. Aber das, was wir erleben, unsere Gefühle, die sind einander verdammt ähnlich. Wir alle wollen geliebt werden, wir alle wollen dazugehören, einen Platz haben, wollen zeigen, was wir können, und uns zeigen, wie wir sind. Dabei ist es egal, wo jemand herkommt. Aus welchem Elternhaus oder aus welchem Land. Davon erzählt "...diese unendliche Geschichte" genauso wie die vielen anderen Projekte hier. Und diese beeindruckende Vielfalt, die so viel Spaß machen kann, das ist das Schönste. Das wollen wir gerne mit euch teilen! Unsere Freude, zusammenzugehören. Als Menschen.

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Infos

Name der Einrichtung

Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater e.V.

Ort

Herford

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

16