Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Verein/Verband

Kulturcamp

Die Jugendliche lernten mit Mitteln des Films, des Schauspiels und der deutschen Sprache eigene Geschichten zu erzählen und so der eigenen Position Gehör zu verschaffen. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit ihre Wünsche, Ziele und Träume theatralisch, bildhaft, schauspielerisch und in Filmen darzustellen. 

Projektziele

Eine starke Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und  die Entwicklung von Selbstvertrauen und einer Bewusstwerdung der eigenen Position und die  Perspektive auf die Gesellschaft, gab den Teilnehmenden ein Sprachrohr, mittels dessen sie auch in Zukunft ihrer Stimme Gehör verleihen können. Es wurden Gesprächsanlässe geboten, sodass die Jugendlichen dazu befähigt wurden, sich auch in der Sprache ihres neuen Lebenskontextes über persönliche Wünsche, Erfahrungen und Vorstellungen auszutauschen, in dem wir Diskussionsraum anboten. 

Aufgabe der Jugendlichen

Das Kulturcamp richtet sich an Jugendliche mit Migrations- oder Fluchterfahrung, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. 
Die Lerngruppe bestand aus 27 Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren, die erst seit ein paar Monaten bis zu einigen Jahren in Deutschland leben. Ein Großteil von ihnen waren Geflüchtete aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Guinea . Darüber hinaus nahmen Jugendliche aus Pakistan, Irak und dem Iran am Programm teil.
Beide Feriencamps erarbeiteten die inhaltliche Auseinandersetzung und das intermediale Experimentieren im Vordergrund in der ersten Zeit und in der zweiten Woche, lag der Fokus auf der Erstellung eigener Medienprodukte.
Die Jugendlichen arbeiteten an verschiedenen Medien und Darstellungsformen mit dem Ziel, am Ende eine multimediale Präsentation zum Thema „Zukunft“ zu präsentieren.
Die Jugendliche lernten mit Mitteln des (Animations-)Films, des Schauspiels und der deutschen Sprache eigene Geschichten zu erzählen und so der eigenen Position Gehör zu verschaffen. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit ihre Wünsche, Ziele und Träume theatralisch, bildhaft, schauspielerisch und in Filmen darzustellen. 
Die angebotenen Medien und Workshops sind Theater, Film, Tanz, Fotografie, Journalismus, Choreografie, Zeichnen, Gestalten, Design, Gesang/Rap/Loopstation und Landart.
Nach der Gruppenfindung und der Stärkung des WIR- Gefühls, folgte die Vermittlung und dem Erlernen der grundlegenden Fähigkeiten der Deutschkenntnisse, des Schauspiels und Theater und der Filmarbeit, anhand von kurzen Übungsfilmen. Dabei wurden verschiedene Workshops Film, Journalismus, Fotografie, Tanz, Theater, Choreografie, Zeichnen, Gestalten und Design angeboten. 

Als ersten großen inhaltlichen Block gab es eine Einführung zu den Themen individuelle Zukunft, Diskriminierung, Empowermen,  ökologische und gesellschaftliche Zukunft, Kapitalismus und Reichtumsverteilung. Die Themen Reichtumsverteilung, die Berufswahl und das Berufsleben wurden für die Jugendlichen ebenso bedeutsam in der Auseinandersetzung mit ihrer individuellen Zukunft.
Dabei geht es vordergründig um das Erforschen und Teilen eigener Zukunftsperspektiven, -ängste und -hoffnungen. 

In der Theaterarbeit wurden weitere Formen angeboten. Neben dem Improtheater war das Schattentheater eine neue Art von Theater für die Teilnehmer*innen und gab narrative Strukturen und eine Einführung in die theatrale Praxis wurden anhand von Kurzinputs, Beispielen und praktischen Übungen vermittelt.
So wurden beispielsweise durch die Auseinandersetzung und dem Austausch zum Thema Diskriminierung, teilweise basierend auf eigene Erfahrungen, Theaterszenen dargestellt. In Form von Filmen wurden die Handlungsoptionen aufgegriffen und in der Story integriert und szenisch dargestellt. 

Im Bereich Schauspiel entwickelten die Teilnehmenden das Selbstvertrauen und die Techniken, um vor laufender Kamera darstellerisch zu arbeiten.
Zur Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit, wurden praktische Theaterspiele und -übungen sowie Tanzchoreografien und Bodypercussions angeboten, besonders für jene die in der zweiten Woche einen Kurzfilm drehen oder Theaterszenen präsentieren wollten.

Zur Ideenfindung wurden Kleingruppen gebildet und eine Story im Gruppenprozess entwickelt. Als die Idee stand, wählten die Teilnehmer*innen geeignetes Medium und verteilten sich nach Neigung die Verantwortungsbereiche auf. Anschließend nutzten Teilnehmer*innen die Methode des Storyboards.  Dieses (unter maßgeblicher Beteiligung von Regie und Kamera) bot die Grundlage für die strukturierte Durchführung des Filmdrehs, Theaterstücks und andere Darstellungsformen in der eine Story entwickelt wurde. 
Grundlegende Kenntnisse in das Medium Film (Kurzspielfilm, Dokumentarfilm, Musikvideo, Interviewvideos, Erklärvideos) wurden vermittelt und zu filmtauglichen Monologen, Dialogen und Kurzgeschichten erarbeitet und ausgebaut. 
Das Material wie iPads, Spiegelreflexkameras, Greenscreens, Belichtung und weiteres Equipment wurde von den Jugendlichen verwendet. Der Greenscreen ermöglichte vielfältige Kulissen. 
Die Teilnehmer*innen lernten, kleine Filme selber zu drehen, ästhetische Grundlagen der Bildgestestaltung. In Workshops lernten und erlebten die Jugendlichen eine Einführung, die Grundlagen und einen Umgang und mit Kamera, Tonaufnahmegeräten, Animationstechniken und einfachen Schnittprogrammen, welche sie dann in ihre Projekte an- und verwenden konnten. 


Durch die Vermittlung der Grundlagen und die Unterstützung bei der Entwicklung eigener Ideen wurden die Teilnehmer*innen in der ersten Woche in die Lage versetzt, ihre eigene Sichtweise auf ihr Leben und ihr Umfeld mit einfachen filmischen Mitteln fiktional oder dokumentarisch darzustellen. Dies trug einerseits zur Entwicklung von Selbstvertrauen und einer Bewusstwerdung der eigenen Position und Perspektive auf die Gesellschaft bei und gab den Teilnehmenden andererseits ein Sprachrohr, mittels dessen sie auch in Zukunft ihrer Stimme Gehör verleihen können. 
Es wurden außerdem Gesprächsanlässe geboten, sodass die Jugendlichen dazu befähigt wurden, sich auch in der Sprache ihres neuen Lebenskontextes über persönliche Wünsche, Erfahrungen und Vorstellungen auszutauschen.

Die Erfahrung aus bisherigen Workshops zeigte, dass die Jugendlichen in dieser Phase in eine starke Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, der eigenen Rolle und der eigenen Perspektive auf die Welt geraten und sich im gemeinsamen Austausch weiterentwickeln. 
Insbesondere die abschließende Präsentation vor einem größeren Publikum war für die Jugendlichen eine echte Herausforderung. Dadurch wurde auch das Ziel, das Selbstbewusstsein und die Sichtbarkeit der Teilnehmer*innen in der Region zu erhöhen, erreicht.

Projektverlauf

Das Kulturcamp richtet sich an Jugendliche mit Migrations- oder Fluchterfahrung, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. 
Die Lerngruppe bestand aus Jugendlichen, die erst seit ein paar Monaten bis zu einigen Jahren in Deutschland leben. Ein Großteil von ihnen waren Geflüchtete aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Guinea . Darüber hinaus nahmen Jugendliche aus Pakistan, Irak und dem Iran am Programm teil. Einige der Teilnehmer*innen sind sogenannte minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, die entweder in einer Wohneinrichtung oder in ihren Familien leben. In Bezug auf ihre Fähigkeiten in der deutschen Sprache unterschieden sich die Teilnehmer*innen, abhängig von ihrer jeweiligen Erstsprache und der Dauer ihres Aufenthaltes in Deutschland, stark voneinander. 

Sie haben somit noch einen erhöhten sprachlichen Förderbedarf. Gleichzeitig leben sie in prekären Verhältnissen, da ihre Eltern nur nachrangig zum Arbeitsmarkt zugelassen werden. Der ungeklärte Aufenthaltsstatus und die möglicher Weise drohende Abschiebung von Familienmitgliedern führt zu Angst und Unsicherheit bei den Jugendlichen. Andere Jugendlichen kamen wiederum als unbegleitete Minderjährige. Sie haben einerseits damit zu kämpfen, dass ihre Familien in Kriegsgebieten leben und sind gleichzeitig mit der immensen Herausforderung konfrontiert, sich alleine in Deutschland und der hiesigen Region zu integrieren und Zuhause zu fühlen. Ziel ist es zukünftig ein Kulturcamp inklusiv zu gestalten. In dem auch Begegnungspunkte geschaffen werden, in heterogenen Gruppen gearbeitet wird, ohne Separation. 

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

 Das Kulturcamp ist Vielfalt. Hier treffen unterschiedliche Jugendlichen aus verschiedene Kulturen aufeinander. Einige kennen sich schon aus vorherigen Camps, andere lernen sich neu kennen. Es gibt unterschiedliche Projektgruppen und doch sind wir eine große Projektgruppe. 
Im Camp hatten wir Themen wie die individuelle Zukunft, deren Wünsche, Gestaltung und Schwierigkeiten,  aber auch die Vergangenheit und Erfahrungen der*s Einzelne*n sind vielfältig und individuell. 

99 Stimmen

Infos

Name der Einrichtung

Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V.

Ort

Barnstorf

Bundesland

Niedersachsen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

15