Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Musik/Kunst/Theater

Deutsch lernen mit Musik

Sprache als Freude zu erleben und spielend die Phonation zu verbessern, war der ursprüngliche Kerngedanke dieses Projektes. Deutsche Popsongs nachsingen, Texte interpretieren und den jeweiligen Aussagen mit der eigenen Stimme Gefühle verleihen, stand am Anfang des Konzepts. Das war uns, den zugewanderten Schülerinnen und Schülern, aber nicht genug. Brainstorming, Textarbeit, Vergangenheitsaufarbeitung und gegenseitiges Kennen- und Verstehenlernen prägten unsere Zusammenarbeit und damit das Projekt. Am Ende stand fest: wir schreiben und produzieren einen Song.

Projektziele

Ziel des Projektes ist, den zugewanderten Jugendlichen das Erlernen der deutschen Sprache durch Musik und kreatives Schaffen zu erleichtern und Spaß daran zu haben. Das Erlernen der Sprache soll den Jugendlichen dabei helfen, sich in ihrer neuen Heimat besser und schneller zu integrieren und ihre Chancen in der Gesellschaft zu verbessern. Gleichzeitig treffen im Rahmen des Projekts ganz unterschiedliche Kulturen aufeinander. Gemeinsame kreative Arbeit schafft Begegnung, überwindet kulturelle Grenzen und fördert Toleranz, Respekt und Verständnis für einander.

Aufgabe der Jugendlichen

Die Jugendlichen haben im Rahmen einer Musik-AG ihren eigenen Song geschrieben. In Zusammenarbeit mit den beiden betreuenden Lehrern (Nicole Häußler und Benjamin Fetscher) haben die Jugendlichen einen deutschen Liedtext geschrieben und einen eigenen Song erstellt, den sie dann im Tonstudio richtig produziert haben.

Projektverlauf

„…der Krieg hat mir meine Freiheit genommen, alles was ich liebe, hat er mir gestohlen, Heimat und Freunde hinter mir gelassen …“, die aus Kriegsgebieten geflüchteten Jugendlichen drücken ihren Schmerz, ihre Verluste aus. Sie beschreiben in ihrem Song ihre bittere Vergangenheit, ihre Trauer und den Schmerz durch den Verlust von Freunden, Familie und Geborgenheit. Weil sie auch zum Teil alleine hier sind, ist das Gefühl geliebt zu werden nicht mehr für jeden selbstverständlich.
 „….alles was in der Vergangenheit passiert ist, hat mich nur stärker und reifer gemacht. Jetzt hat mir das Leben eine Chance gegeben, mich zu entwickeln und glücklich zu sein.“ Es verdeutlicht uns, mit welchen Wunden unsere zugewanderten Jugendlichen zu kämpfen haben. Sie beschreiben mit der ersten Strophe die bittere Vergangenheit und wenden sich in der zweiten Strophe dem Glück im Unglück zu. Hoffnung, wiedergewonnene Lebensfreude, neue Freunde, Freiheit, Frieden stehen hier im Fokus.
Und entwickelt haben sich diese Schülerinnen und Schüler. Die gesamte VABO2 hat die B1-Prüfung mit Bravour bestanden und in der VABO1 haben wir prima acht B1- und tolle fünf A2-Absolventen von insgesamt 13 Schülerinnen und Schülern. Ein grandioses Ergebnis in Relation zu der jeweiligen Zeit in Deutschland.  „Eine Sprache kann man nur lernen, wenn man sie liebt“, sagt Malek und Mihaela, Denis, Sara sowie Marja stimmen ihm zu. Wer diesen Song hört, erkennt, dass diese Schüler gelernt haben in einer fremden Sprache zu denken und zu fühlen. 

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Die am Projekt beteiligten Jugendlichen stammen zum Teil aus Kriegsgebieten und einige von ihnen sind ohne Familienangehörige und ohne Sprachkenntnisse in Deutschland angekommen. Sie stammen aus unterschiedlichen Ländern und damit aus unterschiedlichen Kulturen. Neben der Tatsache, dass die Jugendlichen die deutsche Sprache lernen, schafft die kreative Arbeit im Rahmen dieses Projekts - wie oben bereits erwähnt - Begegnung, sie überwindet kulturelle Grenzen und fördert Toleranz, Respekt und Verständnis für einander.

148 Stimmen

Infos

Name der Einrichtung

Kilian-von-Steiner Schule Laupheim

Website »

Ort

Laupheim

Bundesland

Baden-Württemberg

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

17