Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Verein/Verband

„Niemand ist ein Zigeuner!“ - Wir versuchen, die Emanzipation der Sinti und Roma zu unterstützen

Auf der Basis einer humanistischen und pazifistischen Grundausrichtung setzt unsere AG "Für den Frieden" der Demontage der demokratischen Gesellschaft durch den Verlust der Humanität, durch die scheinbare Logik des Krieges sowie die Bedrohung der Demokratie von Rechts das Ideal einer Welt in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück entgegen. Unsere Aktivitäten befördern ausdrücklich das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Kultur und Religion, die Völkerverständigung und den interkulturellen Dialog.

Projektziele

Wir streben ein direktes politisches Handeln an. Wir wollen uns einsetzen für das „Recht jedes Menschen, zur Menschheit zu gehören“ (Arendt). Für eine Welt, in der jeder Einzelne „aufgrund von Handlungen und Meinungen beurteilt“ (Arendt) wird, nach dem, was er tut und sagt und denkt, und nicht nach seiner Zugehörigkeit zu einer wie auch immer definierten Gemeinschaft – einem Volk, einer Kultur oder einer Nation. Eine Welt, in der Sinti und Roma überall und immer einfach dazu gehören - wie alle anderen Menschen auch. "Damit dieser Planet ein Ort bleibt, wo Menschen wohnen können" (Arendt).

Aufgabe der Jugendlichen

Austausch über historische und aktuelle Themenfelder, Entwicklung von Projektideen, Erarbeitung von konkreten Projekten (Inhalt, Form, Teilnehmer*innen), Kontaktaufnahme und Kontaktpflege zu Organisationen und zu Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Erarbeitung eines Veranstaltungskonzepts, Durchführung von Veranstaltungen, Informationsaustausch mit Medien, Diskussionsprozesse innerhalb der Schule

Projektverlauf

Seit ihrer Ankunft in Europa werden die Sinti und Roma von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert. Dieser historische Antiziganismus wird unserer AG 1998 im Zuge des Kosovo-Kriegs bewusst. Seither versuchen wir, mit den Mitteln einer antirassistischen Praxis, die Emanzipation der Minderheit zu unterstützen.
Unsere erste Aktion findet im Januar 2000 statt. Der Auschwitz-Überlebende Walter Stanowski Winter schildert den Schüler*innen unserer Schule, wie er von den Nationalsozialisten als "Zigeuner" verfolgt wird. Nach dieser Veranstaltung knüpfen wir Kontakte zu den Interessensvertretungen der Sinti und Roma. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma befördert unseren Kampf gegen den Antiziganismus. So übernimmt Romani Rose 2001 die Patenschaft für unsere "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". In der Folge führen wir kontinuierlich Veranstaltungen zum Thema „Sinti und Roma" durch: Wir diskutieren mit Vertreter*innen der heutigen Roma-Generationen über den gegenwärtigen Antiziganismus, zeigen Ausstellungen und führen Workshops mit Schüler*innen durch. Wir halten Vorträge zum aktuellen Rassismus gegenüber Sinti und Roma, z. B. in Berlin und in Nienburg, und wir beteiligen uns an Gedenkfeierlichkeiten im In- und Ausland, z. B. in Leipzig und in Auschwitz-Birkenau. Diese Aktionen wenden sich an unsere Schüler*innen sowie an die Öffentlichkeit. Sie tragen dazu bei, die Diskriminierung der Sinti und Roma in Richtung einer humanen Gesellschaft zu verändern. Insofern sind sie auch in anderen schulischen Kontexten vorstellbar.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Rassismus und Nationalismus teilen die Welt in gut und schlecht. Wir wollen keine Welt der einen und der anderen. Unsere antirassistische Praxis formiert ein politisches, gesellschaftliches und kulturelles Gegengewicht zur Ausgrenzung. Der Spaltung in die Richtigen und die Falschen setzen wir eine Welt des Friedens, der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Glücks entgegen. Wir engagieren uns für die Gleichwertigkeit aller Menschen in einer demokratischen Zivilgesellschaft. Dazu gehören auch die Sinti und Roma bei. Unsere Aktionen mit Sinti und Roma tragen zu einer pluralistischen Welt bei.

45 Stimmen

Infos

Name der Einrichtung

KGS Rastede

Website »

Ort

Rastede

Bundesland

Niedersachsen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

16