Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Verein/Verband

Kreativ-Workshop "Was willst du denn hier?" im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2019 im Landkreis Meißen

3-tägiger Theater-Workshop. Schüler entwickeln das Thema selbst. Zentral die Frage: "Was willst du denn hier?" und wie sich diese Frage deuten und szenisch umsetzen lässt. Es geht um die Partizipation & Improvisation der Teilnehmer und ihren individuellen Erfahrungen innerhalb/außerhalb der Schule.

Projektziele

Schüler sollen sich aktiv mit ihren Erfahrungen bzw. auch Konflikten in der Klasse/an der Schule aktiv auseinandersetzen. Konflikten soll sich anders angenähert werden. Sie sollen sichtbar werden, um sie konkreter thematisieren zu können. Für viele Schüler ist die Form "Theater" ziemlich neu. An so viel Freiheit im eigenen Ausdruck sind sie oft nicht gewohnt. Es ist eine gute Möglichkeit, unterdrückte Gedanken/Ansichten zu veräußern.

Aufgabe der Jugendlichen

Als Diakonie Riesa-Großenhain organisieren wir federführend die Interkulturellen Wochen im Landkreis Meißen. Ein Schwerpunkt ist die Einbindung von Jugendlichen in Form von "Kreativ-Workshops". Bei dem vorgestellten Projekt sollten sich die Teilnehmer an 3 Tagen spielerisch mit dem Thema "Was willst du denn hier?" auseinandersetzen. Sie sollten sich dabei konkret Szenen ausdenken, und diese dann - vor einem kleinen Publikum - aufführen. Ziel war es, Konflikte innerhalb der Klasse/Schule zu thematisieren und sichtbar zu machen.

Projektverlauf

Teilgenommen haben 16 Schüler, darunter sechs Personen aus Afghanistan, Libanon, Polen und Syrien. Es handelte sich dabei um eine 7. Klasse, deren Zusammenhalt durch das Projekt zusätzlich gestärkt werden sollte.

Jan Deicke, seit über 20 Jahren als freier Künstler im Bereich Theater aktiv, hat am ersten Tag eine geografische Kennenlernrunde veranstaltet, indem die Turnhalle zur Weltkarte wurde: Schüler sollten sich ihrem Geburtsort gemäß auf der Fläche verteilen. Wo welche Himmelsrichtung liegt und wie die Kontinente zueinander stehen, konnte folglich nur im direkten Gespräch herausgefunden werden. Weiterhin gab es erste Einführungen zu Theaterspiel, zu Raum und zu Formationen.
Im Zentrum des zweiten Tages stand der interaktive Austausch zur Frage: „Was willst du denn hier?“ Welche Ideen und welche Beispiele hatten die Jugendlichen?
Am dritten Tag stand die öffentliche Aufführung in der Aula im Mittelpunkt. Alle Schüler waren versammelt und haben in Anwesenheit von etwa 30 Schülern der 6. Klasse ihre erarbeitete Performance dargestellt. Unter anderem wurde gezeigt, wie eine Person im Bus diskriminiert bzw. verletzt wird und Businsassen couragiert eingreifen, indem sie Polizei oder Rettungswagen einschalten. Eine andere Szene spielte auf dem Schulhof, wo sich zwei Frauen anrempeln und beleidigen, u. a. mit der Aufforderung „Geh doch zurück ins Heimatland!“.
Die drei Tage haben gezeigt, dass es pädagogischen Handlungsbedarf gibt und derartige Projektarbeiten dringend erforderlich sind. Für Schulleiter, Lehrer u. Diakonie ein Ziel für die nächsten Monate.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Die teilnehmenden Schüler hatten allesamt wenig Theatererfahrung. Sie konnten sich demnach untereinander helfen, indem sie sich nur austauschen und miteinander spielen. Oft wussten die Kinder der Klasse nicht einmal, woher der andere herkommt. Das Projekt hat die Vielfalt der Klasse aufgeleuchtet und vorm Publikum demonstriert, wie unterschiedliche Menschen miteinander etwas Gemeinsames auf die Beine stellen können.

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Infos

Name der Einrichtung

Diakonie Riesa-Großenhain gGmbH, Migrationsberatung

Ort

Großenhain

Bundesland

Sachsen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

13