Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Verein/Verband

"Darf ich mitspielen?" - Identität, Zugehörigkeit, Ausgrenzung. Trilateraler Jugend-Theaterworkshop

Juden, Roma und Mehrheitsbevölkerung leben nebeneinander, lernen sich aber nicht wirklich kennen. Wer an "die anderen" denkt, landet so automatisch bei Klischees und Vorurteilen. Unser Theaterworkshop brachte Jugendliche aller drei Gruppen zu 5 Tagen gemeinsamer Aktivitäten und Theaterarbeit zusammen. In gemischten Gruppen untergebracht, waren auch die Arbeitsteams immer gemischt. Sie tauschten sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus, diskutierten eigene Erfahrungen mit Ausgrenzung und entwickelten daraus eigene Schauspielszenen für die Abschlussveranstaltung.

Projektziele

Vorurteile, Klischees, Ausgrenzung sind keine Naturgesetze, sondern hängen vom Verhalten eines jeden Einzelnen ab. Aber nur wer "den anderen" kennt, kann Unterschiede akzeptieren und neue Gemeinsamkeiten finden. Theaterarbeit braucht keine Sprache und ist deshalb perfekt, um unterschiedliche Sprachen und Kulturen zusammenzubringen.

Aufgabe der Jugendlichen

Gemeinsam etwas zu entwickeln und letztlich auch einem fremden Publikum zu präsentieren; Mut, aus der vertrauten Peergroup herauszutreten; Offenheit, für 6 Tage 24 Stunden lang zusammen zu sein, zusammen zu arbeiten und gemeinsam zu übernachten; sprachliche und kulturelle Barrieren überwinden; eigene Erfahrungen (persönlich & der Peergroup) teilen und diskutieren; daraus Entwicklung schauspielerischer Umsetzungen zur Präsentation.

Projektverlauf

Ausgangspunkt war der Gedanke, dass Roma und Juden, obwohl sie als Minderheiten in ähnlicher Weise Verfolgung und Vorurteilen ausgesetzt waren (und sind), kaum Kontakt hatten und wenig voneinander wissen. Das Gleiche gilt aber auch für die deutsche Mehrheitsbevölkerung: Außer Klischees weiß keiner viel vom anderen, weil wir meistens nebeneinander und nicht miteinander leben. Daraus entstand die Idee, Roma, die in Frankfurt leben, Juden aus israelischen Jugenddörfern und Schüler der Anne-Frank-Schule (Frankfurt) als Vertreter der dt. Mehrheitsbevölkerung gleichberechtigt und außerhalb der gewohnten Umgebung zusammenzubringen, damit ein freier Austausch stattfinden kann. Dabei ist jeder zwar Vertreter seiner Gruppe und bringt deren spezielle Perspektiven und Gewohnheiten ein. Andererseits ermutigen die durchgemischten Schlaf- und Arbeitsteams dazu, dass jeder er selbst sein kann und alle sich aufgrund ganz persönlicher Vorlieben und Abneigungen in bunt zusammengewürfelten und immer wieder wechselnden Gruppierungen neu zusammenfinden können. Kanufahren, Kletterpark, Action Painting, Schauspielen mit Auftritt vor Publikum zum Abschluss - alle haben mitgemacht, und fast jeder hat irgendwann für sich festgestellt: Ich kann ja mehr, als ich mir eigentlich zutraue. Auf den Fotos wird klar, wie wenig man die drei Gruppen von ihrem Äußeren her unterscheiden kann. Auch die Jugendlichen der deutschen Mehrheitsbevölkerung waren ziemlich kunterbunt - Frankfurt ist eben eine Multikulti-Stadt. In ihrer WhatsApp-Gruppe tauschen sich die Jugendlichen übrigens auch nach Projektende noch aus.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Wir treffen immer häufiger auf Gleichaltrige aus anderen Kulturen und Religionen. Wenn es um persönliche Kontakte geht, beschränken wir uns aber meistens auf "unsere" Kreise. Damit lassen wir eine Lücke, in der Vorurteile und Klischees weiterleben können. Aber wer "den anderen" kennt, kann Unterschiede akzeptieren und neue Gemeinsamkeiten finden und gewinnt gleichzeitig Chancen für sich selbst, Neues zu lernen und daran zu wachsen.

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Infos

Name der Einrichtung

Kinder- und Jugend-Aliyah e.V.

Website »

Ort

Frankfurt

Bundesland

Hessen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

16