Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Verein/Verband

"Klick gegen Kummer" digitale Hilfe von und für Kinder und Jugendliche

Unser Thema ist für Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Marginalisierungen ein digitales Hilfeangebot zu entwickeln, dass von Kindern und Jugendlichen, selbst gestaltet und entwickelt wurde und somit an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen orientiert ist. Kinder und Jugendliche wissen selbst viel besser als Erwachsene, welche Hilfe sie bei Kummer aller Art brauchen und wie diese digitalen Hilfeangebote aussehen müssen. Unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Sprache, ihrem sozialen Status oder ihren geistigen und körperlichen Fähigkeiten.

Projektziele

Wir wollen erreichen, dass alle Kinder und Jugendliche mit einem "Klick" online Hilfe bei Kummer aller Art (von Liebeskummer, Mobbing Diskriminierungserfahrungen bishin zu Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung) finden. Wir möchten mit Klick gegen Kummer Kindern und Jugendlichen Informationen zu vielen Themen liefern, aber vor allem konkrete Hilfe inForm eines Chats, E-Mail Beratung und den entsprechenden Adressen/Hilfeangeboten vor Ort bieten. Das Angebot soll barrierfrei und vor allem in verschiedenen Sprachen angeboten werden, damit niemand ausgegrenzt wird. Dafür suchen wir Geldgeber.

Aufgabe der Jugendlichen

Im von Anfang an angelegten partizipativen Projekt "Klick gegen Kummer", haben die Jugendlichen sich erst Gedanken gemacht, welche Kummerthemen sie beschäftigen, welche Hilfeangebote es gibt und was sie sich wünschen würden, für jede Art von Kummer. An insgesamt drei Samstagen haben die 50 Jugendlichen, 20 davon mit Migrationshintergrund), die sich vorher nicht kannten, von verschiedenen Schulen in Kiel und auch aus unterschiedlichen Stadtteilen Kiel kommen, "Klick gegen Kummer" komplett selbst gestaltet und entwickelt. Wir haben ihre Ideen aufgeschrieben und unser Partner, die Vater IT Unternehmensgruppe, hat versucht nach den Wünschen und Inhalten der Jugendlichen einen Klick-Dummy zu erstellen. Während der gemeinsamen Entwicklungsphase haben die Jugendlichen immer gemeinsam abgestimmt, in welche Richtung sich das digitale Hilfeangebot im Bezug auf die Inhalte der Webseite/App und auf das Layout. Die Jugendlichen haben selbst ein PR-Konzept erstellt und Veranstaltungen, Aktionen und eine #Kampagne geplant. Für die #Kampagne haben die Jugendlichen selbst ein Story-Board entwickelt, weil die Kampagne Kindern und Jugendlichen Mut machen soll, sich etwas zu trauen, den Mut zu haben über den eigenen Schatten zu springen und vor allem den Mut zu haben, sich bei Kummer Hilfe zu holen. Bei der öffentlichen Präsentation des "Klick gegen Kummer-Dummies" haben die drei Jugendliche (zwei davon mit Migrationshintergrund) selbst die Moderation und Vorstellung der Ergebnisse übernommen und während der Veranstaltung wurde von allen über den #Kampagnen Namen abgestimmt. Durch die gemeinsame Arbeit haben die Jugendlichen sich entschieden, sich auch über das Projekt "Klick gegen Kummer" hinaus für den Kinderschutzbund Kiel zu engagieren. Sie möchten es gerne unter eigenem Namen "Junge Kinderschutz-Löwen" machen, mit eigenen Ideen und haben sich bereits zum Logo und möglichen Aktionen Gedanken gemacht. Bis Ende des Jahres 2019 werden die Jugendlichen gemeinsam mit uns bzw. Vater IT, die Programmierung der Webseite/App, das Design und die Inhalte der Funktionen, wie Chatfunktion, Lexikon, etc. der Webseite/App abschließen, damit "Klick gegen Kummer" online gehen kann. Aktuell sind wir auf der Suche nach Geldgebern um die Webseite/App in verschiedenen Sprachen und barrierefrei anbieten zu können.

Projektverlauf

Seit Anfang/Mitte 2017 gehen die Zahlen der ratsuchenden jungen Anrufer bundesweit zurück. Die Ursache liegt vor allem in der abnehmenden Telefonbereitschaft von Kindern und Jugendlichen. Digitalisierungsprozesse und das Smartphone prägen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und Anrufe ins Festnetz sind kaum noch ein Bestandteil ihrer Kommunikationswege. Die Kommunikationswege sind Smartphone, Social Media Kanäle, Whatsapp etc. Die Fälle von Missbrauch, (psychische) Gewalt, Vernachlässigung sowie Mobbing (auch Cybermobbing) von Kindern und Jugendlichen nehmen hingegen weiter zu. Die Kripo verzeichnete 364 Vergewaltigungen, 201 sexuelle Übergriffe, 496 sexuelle Belästigungen, 496 Fälle sexuellen Missbrauchs und 439 Fälle von schwerer Kindeswohlgefährdung. Die Folgen dieser Übergriffe sind für die Opfer traumatische Erfahrungen, die sie ihr Leben lang in Form von Alpträumen, Rückzug, Isolation, Krankheit spüren und dadurch schlechtere Chancen in Schule, Beruf, Partnerschaft und späteren Elternschaft haben. Je länger sie mit der Erfahrung ohne Hilfe alleine bleiben, an ihrer Glaubwürdigkeit gezweifelt wird und je weniger Trost und Zuwendung sie finden, umso dramatischer sind die Folgen.
Klick gegen Kummer“ soll digitale, schnelle, niederschwellige, barrierefreie und in mehreren Sprachen vorhandene Hilfsangebote bieten, damit Kinder und Jugendliche, die Kummer haben oder sich in akuten Gefährdungslagen befinden, unabhängig von ihrer Herkunft, Sprache, ihrem sozialen Status oder ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten schnellen Zugang zu Hilfen finden.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Bei Klick gegen Kummer sollen alle Kinder und Jugendliche Hilfe finden, die Hilfe brauchen. Die Schultour haben wir mit 2 Jugendlichen an verschiedenen Schulen in unterschiedlichen Stadtteilen der Stadt durchgeführt, damit wir für den Partizipationsprozess eine Vielfalt an Schüler*innen gewinnen können. Von den 50 beteiligten Schüler*innen haben 20 einen Migrationshintergrund und auch einige mit Lernschwierigkeiten sind Teil des Teams. Diese Vielfalt ist ein Gewinn für das Projekt, denn nur so konnten wir ein vielfältiges Hilfeangebot entwickeln, um alle zu erreichen, die Hilfe brauchen.

59 Stimmen

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Infos

Name der Einrichtung

Deutscher Kinderschutzbund Kiel e.V.

Website »

Ort

Kiel

Bundesland

Schleswig-Holstein

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

14