Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Schülervertretung

Wir sitzen alle in einem Boot!

Unter dem Motto "Wir sitzen alle in einem Boot!" haben wir den Projekttag an unserer Schule veranstaltet. Jede einzelne Jahrgangsstufe von 5 bis 11 bekam eine unterschiedliche Aufgabe zu diesem Thema gestellt, die sie kreativ gestalten musste. Eine Gruppe hat Fingerfood hergestellt, eine hat ein "Flüchtlingsbootsdenkmal" gestaltet, eine Gruppe hat Plakate entworfen, einige haben Texte geschrieben, Rollenspiele erstellt, an einem Theaterstück mitgewirkt oder Comics gemalt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Alle haben sich unterschiedlich mit Ausgrenzung und Integration beschäftigt.

Projektziele

Mit vielen verschiedenen Aktionen werden Vorurteile aufgedeckt und so im Ansatz von selbst abgebaut, auch wenn das vielleicht zu hoch gegriffen erscheinen mag. Das Andere wird nicht mehr als „schlecht“ angesehen, sondern einfach eben nur als „anders“. Das friedvolle Zusammenleben in einer bunten Gesellschaft wird für die Teilnehmer zu einer selbstverständlichen Vorstellung. Das große Ziel ist es aber schließlich, mit diesem Projekt das Bewusstsein für die Demokratie der Beteiligten zu stärken, denn Demokratie gelingt ja ebenfalls nur dann, wenn Kompromisse geschlossen werden können.

Aufgabe der Jugendlichen

Aufgabe der Jugendlichen

Jeder Jahrgang hatte an unserem Projekttag eine eigene Aufgabe.
Die Schüler der 5. Klassen haben zur Vorbereitung Rezepte aus verschiedenen Kulturen mitgebracht. Einige dieser Snacks wurden in den ersten zwei Stunden vorbereitet und in der Pause verkauft. Danach haben die Schüler die Rezepte aufgeschrieben und gestaltet. So entstand für jede fünfte Klasse ein interkulturelles Kochbuch. Auch die Tutoren der fünften Klassen waren am Projekt beteiligt. Ihre Aufgabe war es, die Zutaten zu besorgen und die Zubereitung zu koordinieren.

Die sechsten Klassen spielten ein Online-Spiel, bei dem die Schüler lernen sollten, Hasskommentare im Internet zu erkennen. Geleitet wurde das Projekt von zwei Schülern der SMV. Danach bekamen die Sechstklässler kreative Aufgaben. Sie erstellten zum Beispiel ein Akrostichon zum Thema Rassismus.

Für die siebten Klassen wurde eine Autorenlesung organisiert. Die Schüler hatten danach die Aufgabe, die von Herr von Flotow vorgetragenen Texte über Flüchtlingsschicksale kreativ umzusetzen. Sie zeichneten zum Beispiel Comics, erarbeiteten Rollenspiele oder schrieben eigene Texte und Gedichte.

Aufgabe der achten Klassen war es, ein Boot als Symbol für Integration (Wir sitzen alle in einem Boot) zum Kunstwerk umzugestalten. Dafür brachten die Schüler Gegenstände mit, die mit der eigenen oder mit einer fremden Kultur verbunden sind, wie zum Beispiel Kartenspiele, Puppen und Tassen. Mit diesen Gegenständen wurde das Boot dekoriert. Die Schüler gestalteten das Boot außerdem, indem sie wichtige Artikel des Grundgesetzes an die Bootswand sprühten und ein Segel mit verschiedenen Nationalflaggen bemalten.

Die neunten Klassen hatten vor allem passive Aufgaben. Sie hörten Vorträge über Cybermobbing und sahen im Anschluss ein interaktives Theaterstück. Dabei konnten sie selbst in eine Rolle schlüpfen und zeigen, wie man sich in Situationen von Ausgrenzung und Mobbing verhält. Die Theateraufführung wurde zum großen Teil von der SMV organisiert und auch den Auf- und Abbau der Sitzgelegenheiten in der Turnhalle übernahmen Schüler.

Den Schülern des 9+ Jahrgangs wurde in den ersten beiden Stunden ein Film zum Thema Stottern gezeigt, dessen Regisseurin eine ehemalige Schülerin unserer Schule ist. Nach der Pause gestalteten die Schüler Plakate zum Thema Mobbing.

Auch die zehnten und elften Klassen sahen in den ersten beiden Stunden einen Film. Danach wurden Flüchtlinge eingeladen, denen die Schüler ihre Fragen zur Migration stellen konnten.

Nicht nur die Schüler der verschiedenen Jahrgänge hatten Aufgaben zu erledigen. Die SMV übernahm weite Teile der Organisation. Wir sammelten Ideen für die einzelnen Projekte, kümmerten uns um die Finanzierung und hatten regelmäßigen Kontakt zu außerschulischen Partnern (Flüchtlingsbetreuer, Theatergruppe, Bootsbesitzer…). Am Projekttag kümmerten sich Schüler um die Technik und dokumentierten die einzelnen Projekte.

5. Klasse: Sammeln von Rezepten, Zubereitung der Snacks, Pausenverkauf, Erstellen eines eigenen interkulturellen Kochbuchs
Tutoren der 5. Klassen: Besorgung der Zutaten, Unterstützung der Fünftklässler bei Zubereitung, Verkauf und Gestaltung des Kochbuchs
6. Klassen: kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus (z.B. Erstellen eines Achrostikons)
7. Klassen: kreative Umsetzung vorgelesener Texte (z.B. Comic, Rollenspiel, Gedicht)
8. Klassen: Gestaltung eines Bootes mit kulturellen Gegenständen, Nationalflaggen und Artikeln des Grundgesetzes
9. Klassen: Teilnahme am interaktiven Theaterstück
9+: Gestalten eines Plakates gegen Mobbing
10. und 11. Klassen: Gespräch mit Flüchtlingen

Projektverlauf

Alles begann mit einem kleinen Projekt für eine Jahrgangsstufe zu einer Dokumentation über Stottern und die Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Daraus wurde dann ein Projekt für die gesamte Schule, immerhin fast 1000 Schüler.
Ab Oktober traf sich regelmäßig eine Gruppe aus Vertretern der SMV und die verantwortliche Lehrkraft, um weitere Projekte für jede einzelne Klassenstufe vorzubereiten. Über Schüler wurden viel Kontakte nach außen geknüpft, die das Vorhaben vorantrieben. So wurde uns ein altes Boot geschenkt, das im Mittelpunkt des Projektes steht. Der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt unterstützte uns vor allem in der Kontaktaufnahme mit den Flüchtlingen, die als Zeitzeugen auftraten. Ein Schriftsteller las aus seinem Buch vor und eine Gruppe Schauspieler.
Alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums begannen um 8:00 Uhr mit ihren jeweiligen Projekten. Immer ein Vertreter der SMV war anwesend. Jeweils in zwei Blöcken beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler den gesamten Vormittag mit ihren Aufgaben. Fast alle Gruppen bekamen zunächst einen Input zu ihrem Thema und hatten dazu einen kreativen Auftrag zu bewältigen, wie die Bilder zeigen. Nicht alle Projekte sind fertig geworden, wie etwa die Ausgestaltung des „Denkmals“ zur Flüchtlingsproblematik, das Boot. Aber wie auch das Thema der Flüchtlinge wird dieses Projekt im nächsten Jahr fortgeführt. Daneben sind weitere Projekte geplant, die sich mit der Flüchtlingsproblematik befassen.

Aus unserem Projekt kann man lernen, dass man nur gemeinsam stark und bunt ist.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Wir sitzen alle in einem Boot! We are all the same, but everyone is different! Der Ausgrenzung Grenzen setzen! Das gilt immer, ganz egal, woher wir kommen und wie wir aussehen, ob wir eine Behinderung haben oder nicht, ob wir reich sind oder arm. Uns geht es gut, deshalb wollen wir uns stark machen für die, denen es nicht so gut geht. Und wir wollen dazu beitragen, unsere Demokratie zu schützen, damit wir in Freiheit und Sicherheit weiterhin miteinander leben können, wie wir sind und wie wir wollen.

552 Stimmen

Infos

Name der Einrichtung

Gymnasium Höchstadt a. d. Aisch

Ort

Höchstadt a. d. Aisch

Bundesland

Bayern

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

16