Wettbewerb 2010-2011 | Kategorie: Projektwochen/AG´s/Seminare & Co

Interkultureller Kompetenzkurs

Wir haben an unserer Schule vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung ein jährlich wiederkehrendes Training zur Entwicklung interkultureller Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe eingeführt.

Projektverlauf

Welche kulturellen Einflüsse haben meine Identität geprägt und inwiefern ist meine Wahrnehmung kulturgebunden? Welche Auswirkungen hat dies auf mein Denken und Handeln? Diese Fragen ergründeten Schülerinnen und Schüler der Studienstufe des Margaretha-Rothe-Gymnasiums in Hamburg inzwischen schon zweimal im Rahmen eines einwöchigen Interkulturellen Kompetenzkurses.
Damit hat die Schule Neuland betreten: Ein solcher Kurs fand 2008 erstmalig an einem Hamburger Gymnasium statt.
Der Pilotdurchlauf fand in der Woche vom 06. bis 10. Oktober 2008 statt und stand am Ende eines einjährigen Entwicklungsprozesses, den die fünfköpfige Leitungsgruppe „Interkulturelle Erziehung“ des MRG in Zusammenarbeit mit Regine Hartung und Dragica Brügel von der Beratungsstelle für Interkulturelle Erziehung (BIE) des Landesinstituts für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung (LI) in Hamburg beschritten hatte. Die Anregung zur Entwicklung eines interkulturellen Trainings, wie es in der Erwachsenenbildung und in der Wirtschaft bereits seit längerem zu finden ist, lieferte eine Fortbildungsveranstaltung der BIE und der Staatlichen Fremdsprachenschule H15, die zur beruflichen Qualifizierung ihrer SchülerInnen bereits ein entsprechendes Trainingsmodul entwickelt hatte.
Ziel des Projektes war, die Schülerinnen und Schüler auf eine Lebenswelt vorzubereiten, in der das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft zwar zum Alltag gehört, aber nicht automatisch ohne Irritationen und Spannungen abläuft.
Ausgehend von der eigenen kulturellen Prägung, die am Margaretha-Rothe-Gymnasium vielfältig ist, wurde daher die Kulturgebundenheit der eigenen Wahrnehmung anhand verschiedener Beispiele und Übungen verdeutlicht und die Konsequenzen derselben für das eigene Denken und Handeln reflektiert. Darüber hinaus hinterfragten die Schülerinnen und Schüler eigene und fremde Wert- und Verhaltensmuster - beispielsweise bewussten oder unbewussten Rassismus oder den sehr unterschiedlichen Umgang mit Zeit – und erlebten in Rollenspielen, wie schnell es in interkulturellen Kommunikationssituationen zu Missverständnissen kommen kann. Sie setzten sich mit möglichen Lösungsstrategien zur Vermeidung interkultureller Konflikte auseinander. Ein Blick in die Wirtschaftswelt, die zunehmend interkulturell kompetente Arbeitskräfte fordert, die es verstehen sich auf globalisierten Märkten zu bewegen und mit Geschäftspartnern aus anderen Kulturkreisen zu interagieren, rundete den Kurs thematisch ab.

Wie hilft das Projekt, dass alle die gleichen Chancen an der Schule haben?

Unser Projekt unterstützt das gegenseitige Verständnis unserer Schüler untereinander und trägt dazu bei, dass sich unsere Schüler der eigenen "kulturellen Brille" bewusst werden und diese ggf. auch ablegen können. So können sie sich auch besser gegenseitig helfen und jeder hat größere Chancen.

Was kann man von dem Projekt lernen?

Wenn wir uns gegenseitig nicht verstehen und uns der Beeinflussung unserer kulturellen Prägung (z.B. in Bezug auf unsere Werte und Normen) nicht bewusst sind, "stempeln" wir andere "ab" anstatt uns gegenseitig zu unterstützen. Wir können viel voneinander lernen, wenn wir uns anderen gegenüber öffnen

Infos

Name der Einrichtung

Margaretha-Rothe-Gymnasium

Website »

Ort

Hamburg

Bundesland

Hamburg

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

17

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