Wettbewerb 2019-2020 | Kategorie: Musik/Kunst/Theater

Kulturbrücke

Die CSS im Kassler Stadtteil Wesertor wird politisch korrekt als Gesamtschule mit besonderen Herausforderungen bezeichnet, wohingegen die JGS im Stadtteil Wehlheiden ein Oberstufengymnasium ist. Das Projekt "Kulturbrücke" soll Schüler*innen unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt bringen, um Integration voranzutreiben. Wir möchten nicht klassische Partnerschaften bilden nach dem Motto: Du aus der einen Welt - ich aus der anderen. Vielmehr sollen die Jugendlichen gemeinsam kreativ werden in einem Bereich, in dem alle keine Vorerfahrung haben. Zirkus, Graffiti, Musik? Was wird es?

Projektziele

Unser Ziel ist es, durch Begegnungen Vorurteile abzubauen. Das Besondere an unserem Projekt ist, dass wir eben nicht in einer Schule Begegnungen schaffen, sondern dass wir zwei Schülergruppen aus zwei verschiedenen Schulen (und wie wir festgestellt haben aus zwei verschiedenen Welten) zusammenführen, die aber in einer Stadt leben. Man hat ja auch viel gehört von der jeweils anderen Schule und wir möchten herausfinden, was dahinter steckt. Und das wollen wir tun, indem wir gemeinsam kreativ werden und wirklich etwas entsteht - eine Zirkusshow, ein Graffiti oder sogar ein Song? Wir werden sehen!

Aufgabe der Jugendlichen

Das Projekt lebt vom Engagement der Jugendlichen. Es konnte sich jede/r anmelden, der/die in der Carl-Schomburg-Schule in der 10. Klasse und in der Jacob-Grimm-Schule in der 11. oder 12. Klasse ist. Nach zwei Kennenlernterminen, an denen die Schüler*innen jeweils ein Buffet für die Gäste aus der anderen Schule vorbereiten, werden die Jugendlichen zusammen kreativ. Hier steht im Moment entweder eine Kooperation mit dem Jugendzirkus Rambazotti zur Auswahl oder eine Graffiti-Aktion mit dem Klangkeller. Beides sind Institutionen der Kassler Jugendarbeit und die Jugendlichen werden beim nächsten Treffen entscheiden, welches Projekt ihnen eher zusagt (vielleicht werden es ja auch beide Projekte???).
Was dann dort entsteht entscheidet allein die Gruppe. Die Jugendlichen treffen sich hierfür außerhalb der Schulzeit und die Lehrer sind lediglich als Initiatoren und hoffentlich als Begleiter für weitere Kulturbrücken im Hintergrund.

Projektverlauf

An der CSS kam das Thema Integration auf, als unsere Lehrerin ein Buch zum Thema veröffentlichte und wir auf einmal in allen Klassen und auf dem Pausenhof über Integration sprachen. Es gab viel, das für uns neu war - vor allem, dass es in Deutschland wohl doch mehr Deutsche gibt, als wir angenommen hatten:) An unserer Schule entsteht manchmal der Eindruck, es leben hier nur Kinder mit Migrationshintergrund.
An der JGS, war es ein Lehrer, der, nachdem er eine Dokumentation über ein Brückenprojekt in einer anderen Stadt gesehen hatte, mit der Schülervertretung darüber sprach, ob sie Interesse an einem Projekt mit Schüler*innen aus einer sogenannten Brennpunktschule hätten. Die beiden Lehrpersonen zusammen zu bringen war dann nicht so schwer, weil der Sohn der Lehrerin auch in der SV ist. Es folgte eine lange Planungsphase, wer genau angesprochen werden sollte, denn zunächst erschien es nahliegend vor allem mit dem Hauptschulzweig der Gesamtschule zu kooperieren. Letztlich wurde aber immer klarer, dass es viel mehr Sinn macht, die ältesten Schüler*innen der Gesamtschule und die SV des Gymnasiums zusammen zu bringen, um eine Begegnung auf Augenhöhe zu ermöglichen. Das haben wir dann gemacht und sind vor zwei Wochen hochmotiviert mit 16 Schüler*innen gestartet. Bei einem speeddating der anderen Art brachten sich die Jugendlichen gegenseitig Zungenbrecher in ihren Muttersprachen bei, zeichneten sich, ohne aufs Blatt zu gucken oder buchstabierten ihre Nachnamen so schnell wie möglich Rückwärts. Beim gemeinsamen Essen wurden dann Pläne gemacht, wie wir gemeinsam kreativ werden.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Ohne das Thema Vielfalt wäre unsere Kulturbrücke nicht möglich. Wir kommen aus Somalia, Bosnien, Mazedonien, der Türkei und Deutschland - das heißt wir bringen alle unterschiedliche Kulturen mit in das Projekt. Das Ziel ist es aber, etwas gemeinsam zu schaffen, denn das ist es auch, was wir uns für Deutschland wünschen: Dass wir unsere Kulturen zwar nicht vergessen, aber eine gemeinsame Kultur schaffen, in der wir alle gut zusammen leben uns arbeiten können. Deshalb ist es uns auch wichtig, dass bei unserem Projekt etwas entsteht, als Zeichen dafür, dass wir GEMEINSAM etwas schaffen können!

186 Stimmen

Infos

Name der Einrichtung

Carl-Schomburg-Schule / Jacob-Grimm-Schule

Ort

Kassel

Bundesland

Hessen

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

17