Wettbewerb 2017-2018 | Kategorie: Projektwochen/AG´s/Seminare & Co

Wir kommen vorwärts - mit und ohne Rad

Wir, Schülerinnen und Schüler aus Vorbereitungsklassen und Regelklassen, haben unter dem Motto “Wir kommen vorwärts – mit und ohne Rad” eine rund 220 Kilometer lange Fahrradtour von unserer Schule in Ulm an der Iller entlang, durch das Allgäu und Österreich bis zur Zugspitze zusammen vorbereitet und durchgeführt. Wir haben schon während der Vorbereitung viel selbst organisiert und Selbstständigkeit gezeigt. Ein wichtiges Thema bei unserem Projekt ist die „Gemeinschaft“. Nur in der Gruppe haben wir es geschafft unser Ziel, die Zugspitze, mit dem Fahrrad zu erreichen.

Projektziele

Wir wollen mehr Kontakte zwischen den Vorbereitungsklassen und den Regelklassen knüpfen und das Fahrrad als kostengünstiges, nachhaltiges und flexibles Fortbewegungsmittel kennenlernen. Das wichtigste Ziel ist, dass wir selbst merken, wie stark wir in der Gruppe sind und dass wir die Kraft haben, scheinbar unmögliche Dinge zu erreichen, wenn wir an uns selbst glauben. Wir haben erfahren, dass wir stärker sind als wir denken, dass wir ehrgeizig sein können und zwar nicht nur auf der Radtour, sondern diese Stärke können wir in Zukunft auch noch besser auf andere Lebensbereiche übertragen.

Aufgabe der Jugendlichen

Wir haben uns seit März regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich getroffen und zusammen die Radtour vorbereitet. In dieser Zeit haben wir uns mit dem Thema Verkehrssicherheit vertraut gemacht, unsere eigenen Räder auf Verkehrssicherheit überprüft, Verkehrsregeln und Gruppenkommandos erlernt und auf dem Verkehrsübungsplatz umgesetzt. Zudem haben wir auch die Schulfahrräder fit gemacht und Gepäckträger, Rückstrahler, Klingeln, Schutzbleche und Flaschenhalter montiert. Außerdem haben wir uns mit Erster Hilfe, Route, Kochrezepten und Übernachtungsmöglichkeiten schon im Vorfeld auseinandergesetzt. Dabei sind wir zu einem festen Team zusammengewachsen.

Während der gesamten Radtour gab es verschiedene Aufgabenbereiche, die von uns
Schülerinnen und Schüler vollständig abgedeckt wurden. Dazu gehörten folgende Dienste:
Kochen, Spülen, Wasser, Einkaufen, Müll, Tagebuch, Reparatur und Zelt. Darüber hinaus haben wir Kontakte zu Zeltnachbarn und Jugendlichen auf dem Weg aufgebaut und uns gegenseitig unterstützt und motiviert. Beispielsweise gab es keinen Berg im Allgäu, an dem die Letzten alleine gelassen wurden. Regelmäßig sind die Ersten der Gruppe mit ihren Rädern die Berge hochgefahren, haben sie abgestellt und sind dann wieder den Berg rasch runter gelaufen, um beim Schieben des Anhängers und der Räder der Letzten zu helfen.

In der Nachbereitungsphase werden verschiedene Treffen stattfinden, wir werden eine Abschlusspräsentation durchführen und versuchen, eine Reparatur-AG an der Schule zu etablieren. Nächstes Jahr soll das Projekt wieder stattfinden. Einige von den diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden als Mentorinnen und Mentoren unsere Erfahrungen und erlernten Skills in der nächsten Vorbereitungsphase an Jugendliche weitergeben.

Projektverlauf

Wir sind ein multikulturelles Team. Ein Teil von uns ist hier geboren und ein anderer Teil ist seit ca. einem Jahr hier in Deutschland. Wir sind zwischen 13 und 16 Jahre alt und besuchen im nächsten Schuljahr alle eine Regelklasse. Zusammen sprechen wir zehn verschiedene Sprachen, zusammen können wir viele Dinge erreichen.
Eine Vorbereitungsklasse wurde zwischenzeitlich aus Platzgründen in einem anderen Gebäude untergebracht. Mit dem Projekt haben wir es geschafft, einzelne Schüler dieser Klasse wieder besser zu integrieren. Außerdem ist unsere Schule eine sogenannte Fahrradschule. U. a. hat ein Teil von uns in der fünften Klasse eine Tagesfahrradtour gemacht. Dennoch kennen wir alle die Umgebung von Ulm nicht besonders gut, weswegen es an der Zeit war, mehr Kontakte zwischen den Klassen zu schaffen, raus aus Ulm zu kommen und den Leuten da draußen zu zeigen, was wir drauf haben. Die Fahrräder haben uns und unser ganzes Gepäck zur Zugspitze gebracht und sind ein sehr wichtiges Mittel der Integration. Durch das Radfahren sind wir mobiler und können unsere Umgebung erfahren und am täglichen Leben besser teilnehmen.
Das Projekt kann sehr leicht auch an anderen Schulen oder Einrichtungen umgesetzt werden. Der Organisationsaufwand des Projektes ist zwar relativ hoch, aber die Kosten sind verhältnismäßig gering und das Abenteuer und der Lerneffekt sehr groß. Wir sind auf dem Weg immer wieder hilfsbereiten Menschen begegnet, haben auf Camping- und Sportplätzen Freundschaften geschlossen und u. a. durch die Selbstverpflegung auch noch sehr viel Selbstorganisation zeigen müssen.

Unser und euer Motto: Vielfalt ist unsere Stärke!

Wir sind ein multikulturelles Team mit unterschiedlichen Muttersprachen und Religionen.
Wir haben Menschen auf dem Weg gezeigt, dass wir es drauf haben und eine tolle Gruppe sind. Wir erzählen nicht was Vielfalt ist, sondern leben Vielfalt vor. Durch ein Fellow von Teach First Deutschland haben wir die Möglichkeit bekommen dieses Projekt zu realisieren.

Infos

Name der Einrichtung

Albrecht-Berblinger-Gemeinschaftsschule

Website »

Ort

Ulm

Bundesland

Baden-Württemberg

Durchschnittl. Alter der Teilnehmer

14