Was ist „Alle Kids sind VIPs“?
„Alle Kids sind VIPs“ ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, mit der Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrer und Eltern aktiviert werden, sich für faire Bildungschancen im deutschen Bildungssystem einzusetzen. Der Integrationswettbewerb startete im September 2008; die Bertelsmann Stiftung macht damit auf die unzureichenden Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund aufmerksam. Schüler im Alter zwischen 12 und 21Jahren sollen ihre Ideen von Integration im schulischen Alltag zeigen.
Warum gibt es diese Kampagne?
Die aktuellen Zahlen aus dem Mikrozensus belegen: Im Jahr 2008 hatten 15,6 Millionen der 82,1 Millionen Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 19 Prozent. Ihre Bildungssituation ist alarmierend. 14,2 Prozent der Migranten haben laut Statistischem Bundesamt keinen Schulabschluss (im Vergleich: 1,8 Prozent der Deutschen).
An deutschen Schulen besteht also Handlungsbedarf: Internationale Stu- dien zeigen, dass der Bildungserfolg hier wie in kaum einem anderen Land von der Herkunft abhängt. Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien erzielen bei gleicher Intelligenz und Kompetenz niedrigere Schulabschlüsse als einheimische Schüler. Ihre Aussichten auf eine qualifizierte Berufsausbildung sind nur halb so groß wie bei einheimischen Jugendlichen. Andere Länder bieten Einheimischen und Zuwanderern durchaus gleiche Bildungschancen. Das geschieht etwa durch individuelle Förderung der Kinder, intensive Zusammenarbeit mit den Eltern und längeres gemeinsames Lernen in heterogenen Gruppen. Wir in Deutschland brauchen neue Wege, um allen Kids faire Chancen einzuräumen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.
Wie funktioniert der Integrationswettbewerb?
Über die Website www.allekidssindvips.de können sich Lehrer, Klassen, Projektgruppen oder auch Einzelne für den Wettebewerb anmelden. Jeder muss eine Idee für ein Projekt haben, wie man die Integration an ihrer Schule verbessern kann. Es sind gute, praktikable Aktionen gefragt, die die Schüler auch umsetzen können. Im letzten Jahr wurden über hundert Projekte eingereicht – die kreativen Ideen reichten vom Musicalprojekt bis zu Sportfesten oder Sprach- und Tanzprojekten. Im Rahmen eines öffentlichen Votings stimmen die Besucher der Website über die besten Ideen ab. Aus den 20 Projekten mit den meisten Stimmen wählt anschließend eine unabhängige Jury - bestehend aus den prominenten Botschaftern von „Alle Kids sind VIPS“ und einem Team der Bertelsmann Stiftung - die Siegerprojekte. Ihr Hauptgewinn: Die Botschafter statten den Gewinnerschulen für einen Projekttag einen Besuch ab.
Welche Projekte haben im letzen Jahr gewonnen?
Das Gewinnerprojekt Dostca aus Werdohl organisierte eine übergreifende Unterrichtseinheit mit diversen Projekten zur kulturellen Begegnung (Beispiel: türkischer Folkloretanz modernisiert). Schüler aus Kiel stellten ein gemeinsames Kochbuch mit Gerichten aus allen Nationen der Schüler zusammen, eine Schulband aus Tübingen mit Mitgliedern aus acht Nationen sang gemeinsam für Toleranz, Gymnasiasten einer Schule aus Bayern gaben Hauptschülern mit Migrationshintergrund Nachhilfe. Gemeinsames Tanzen, Beatboxen, Singen, Theaterspielen oder das Erzählen von kulturellen Bräuchen: Bei Alle Kids sind VIPs geht es darum, Jugendliche zu sensibilisieren. Integration beginnt bei uns allen und faire Chancen kann es an jeder Schule geben.
Warum engagieren sich Prominente für „Alle Kids sind VIPs“?
Die prominenten Botschafter helfen, die Aktion bekannt zu machen. Sie selbst sind Vorbilder, gerade auch für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Sie zeigen, dass es geht, sie zeigen, wie richtig und wichtig Integration ist!
Mit dabei sind: Die Breakdance-Weltmeister Flying Steps, der Fußball- spieler Mario Gomez (FC Bayern München, deutsche Nationalmannschaft), die Schauspielerin Susan Sideropoulos („GZSZ“), der Pro7- Moderator Daniel Aminati („taff“), die Sängerin Jenniffer Kae („Little White Lies“), der Comedian Bülent Ceylan („Quatsch Comedy Club“, „Ganz schön turbülent“), Tayfun Baydar Schauspieler („GZSZ“) und die Band Culcha Candela.
Bekommen die Botschafter Geld für ihr Engagement?
Nein, das Engagement der Botschafter erfolgt ehrenamtlich.
Wie kommt es eigentlich zum Kampagnentitel „Alle Kids sind VIPs“?
Alle Kinder sind für die Gesellschaft wichtig. Jeder einzelne hat faire Bildungschancen und individuelle Förderung seiner Talente verdient. Also sind alle Kinder und Jugendlichen in unseren Augen „Very Important Persons“, kurz VIPs.
Wo kann man mehr zu der Aktion erfahren?
Am besten im Internet auf der Website www.allekidssindvips.de – hier finden sich alle Informationen zum Schulwettbewerb, zu den Botschaftern, zur Thematik Integration und Bildung und immer wieder aktuelle News.
Die Bertelsmann Stiftung
Die Bertelsmann Stiftung engagiert sich in der Tradition ihres Gründers Reinhard Mohn für das Gemeinwohl. Sie will frühzeitig gesellschaftliche Herausforderungen identifizieren und exemplarische Lösungsmodelle entwickeln und verwirklichen. Mit dem „Carl-Bertelsmann-Preis“ werden innovative Konzepte und nachahmenswerte Lösungsansätze in gesellschaftlichen Problemfeldern ausgezeichnet. Der Carl-Bertelsmann-Preis wird jährlich verliehen und ist mit 150.000 Euro dotiert. Sein besonderes Kennzeichen ist die internationale Ausrichtung – der „Blick über den Zaun“, um weltweit von den Besten zu lernen.
Der Preisträger des CBP 2008 zum Thema „Integration braucht faire Bildungschancen“ kam aus Kanada: Das Toronto District School Board zeigt in seinen über 550 Schulen, dass faire Chancen für alle möglich sind. Anlässlich dieser Preisverleihung hat die Bertelsmann Stiftung den bundes- weiten Schulwettbewerb „Alle Kids sind VIPs“ gestartet.